Spaziergang zum Rillenstein und den Burgresten 
im Naturschutzgebiet "Wüste und Glase" 
nahe Klein Luckow bei Vollrathsruhe am 12.05.2012


 Das Land Mecklenburg-Vorpommern stellte am 22. Juni 1994 die Endmoränenlandschaft zwischen Vollrathsruhe und Langhagen unter Schutz. Es wurden 190 Hektar hügliges Land mit Teichen, Tümpel, moorartigen Flächen und Mischwaldflächen in einer wunderschönen Landschaft, 
die bereits vor etwa  5000 Jahren (Jungsteinzeit) durch den Menschen besiedelt wurde, 
unter Naturschutz gestellt.

 Erste Besiedlungen gab es bereits vor etwa 10000 Jahren in der Müritzregion durch Jäger und Sammler.
Zur Bronzezeit war besonders die Region westlich von Vollrathsruhe stärker besiedelt. 
Davon zeugen auf den anliegenden Wiesen und in den Waldflächen bis zu 27 Hügelgräber. 
Die Untersuchung der Hügelgräber ist noch nicht erfolgt. 

Etwa 800 m im Wald finden wir in einer Gruppe von Feldsteinen einen Rillenstein
 mit einer Rille. Rillensteine wurden für kultische Opferzeremonien genutzt. 
Die Rille ist bogenartig und zeigt fast in Nord- Südrichtung.
Weiterführende wissenschaftliche Untersuchungen könnten den Stein als Opferstein bestätigen.
 Andere Nutzung wäre möglich. Vielleicht lief hier ein Seil 
oder eine Kette über den Stein eines Burgtores für die naheliegende Burg. 

Gehen wir weiter, so haben wir links eine moorartige baumbewachsene
 unter Wasser stehende Landschaft.  Rechts stehen zwischen Mischwald  seltene Wildkirschenbäume.
Etwa 80 m hinter dem Rillenstein läuft ein Graben vor einer Anhöhe. 
Die mit Buchen  überwachsene Anhöhe besteht aus Resten eines  Burgwall. 
Diese Anlage wird aber auch im Volkmund  als "Wendenburg" bezeichnet, 
was aber auf einen slawischen Ursprung hinweist. 
Die Anlage soll bereits zur Eisenzeit bzw. vorrömischen Zeit
 benutzt worden sein (600 v.u.Z. - 375 u.Z.).
Diese Region war bis etwa 500 u.Z. besiedelt
 und wurde durch die kriegerischen Auseinandersetzungen 
in der Völkerwanderung  nach 500 u.Z. in Richtung Westen entvölkert. 

Ab dem 06./07. Jahrhundert wurde die Burg von den slawischen Gruppe, 
die aus dem Osten einwanderten, genutzt.
Ab den 11/12. jahrhundert erfolgte eine teilweise gewaltsame Wiederbesiedlung 
von deutschen Gruppen aus dem Westen, 
teilweise aber auch friedlich Besiedlung noch unter slawischen Fürsten. 
So siedelten z.B. die Vorfahren der Familie von Moltzan oder Grube in dieses Gebiet.

Die Burg wurde vom nahen Ogangsee mit Wasser versorgt. Heute  ist der See ein Badesee.
Der Berg ist durch  mehreren stufenartigen Ebenen unterbrochen.

Im Jahre 1924 hat eine kleinere Ausgrabung durch den Professor Beltz stattgefunden, 
die keine nennenswerten Funde erbrachte.
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen stehen noch aus.


Der Name "Wüste und Glase" erklärt sich folgender Maßen:
Im 18. Jahrhundert gab es eine Glashütte die sehr viel Holz benötigte. 
Holz wurde durch wüsten Kahlschlag gewonnen.

Weitergehende Informationen zum Rillenstein
der Burg bei Klein Luckow und den Hügelgräbern 
erhalten Sie von Herrn Krüger aus Klein Luckow 
vom Geo- und Heimatverein "Steinreich" Ev. Vollrathsruhe.
Nochmals danke für Herrn Krüger für die Bemerkungen,
 die in den Text eingeflossen sind.

 


Am Eingang zum Naturschutzgebiet

Weg in das Naturschutzgebiet


    Weg in das Naturschutzgebiet


Rillenstein


Rillenstein


Rillenstein


Weg im Wald 

Sumpfgebiet

Sumpfgebiet

  Mischwald mit Wildkirsche

 Mischwald

Mischwald

Graben

  Wallanlage

  Wallanlage

Auf den Resten des Burgwalles

      Im Wald

Baumgruppen auf der Wiese/Hügelgräber


 Baumgruppen/Hügelgrab


 Hügelgrab

Hügelgrab


 Hügelgrab
 


 Weg zum Ort Klein Luckow


 Stute mit Fohlen