Kirche Dabelow bei Neustrelitz / Gemeinde Wokuhl-Dabelow

 

Außenansicht vom
Friedhof aus

Die Fachwerkkirche in Dabelow gehört seit dem 01.01.2009 
zur Pfarre II Strelitzer Land.

Im Jahre 1854 begann der Bau dieser wunderschönen Fachwerkkirche mit dem eigenwilligen Holzturm.
Kein Geringerer als der Hofbaumeister Friedrich Wilhelm Buttel, ein Schinkel-Schüler plante und baute diese Kirche. Buttel erbaute viele Gebäude unter Herzog Georg, wie auch die Kirche in Zierke oder die Kirche in Alt Garz an der Müritz bei Rechlin.
Markant und interessant zugleich ist der schiefergedeckte Holzturm mit seinen beiden hölzernen Anbauten. Der Kirchturm ist ein hölzerner Quader mit je einem Fenster. Darauf befindet sich die schiefergedeckte Pyramide mit einer etwas breiteren Krempe als der Quader. Die beiden hölzernen Anbauten
(Seitenschiffe) sind eher der russischen Kirchenbaukunst zuzuordnen und einmalig in der Region. Das Schleppdach diese beiden Querhäuschen neben dem Turm links und rechts ist ziegelgedeckt. Die Seitenschiffe und das Langhaus werden in der Spitze durch Firststeine verziert. Dieser Bereich des Einganges ist etwa 20 cm auf jeder Seite breiter als die Langhausbreite, aber kaum breiter als das mit roten Ziegel gedeckte Schleppdach. Schauen wir uns die einzelnen Gefache an. Die untere  Bodenreihe und obere Reihe unter dem Dach bzw. unter den beiden Turmhäuschen sind mit Bretter gefüllt. Dabei wurde eine Raute ausgeschnitten. In dieser Raute sehen wir eine gemauerte Raute in den Farben schwarz und rot.
Die äußere Raute in schwarz, dann zwei rote Rauten dann zwei parallele schwarze Ziegel. Bei den mittleren drei Gefachreihen sind die roten Ziegel parallel im Gefach gemauert und mit weißen Mörtel verbunden. Alle Holzteile dieser Kirche Turm, Häuschen, Holzverkleidung und Fachwerkbalken haben eine hellrote warme Farbe. 

Wir betreten die Kirche durch den Eingang unter dem Kirchturm.
Was der erste Blick ist , sind die Farben rot, gelb und blau die Farben des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz.
Das Chor wird durch zwei Räume links für die Treppe zur Kanzel , rechts einen kleinen Raum gebildet. 


Mittig steht der weißgestrichene Altar mit der Altarschranke. Auf dem Tisch steht ein goldenes Kreuz mit dem Korpus 
von Jesus Christus.
Im rötlich ausgemalten Chor ist kein Gefach zu sehen. Buttel hat die Gefache wohl vollständig verputzen lassen und darauf die Bemalung zeichnen lassen. In der der Mitte sehen wir das einzige Fenster des Chores. Daneben wurden zwei blaue Fenster wie das Originalfenster gemalt. die linke und rechte Wand haben ebenfalls zwei gemalte Fenster. Darüber und darunter sehen wir ein blaues Spitzbogenband gemalt. Unter dieser Bemalung   senkrecht folgt je ein gemaltes Rechteck. Über dem Spitzbogenband sehen wir zwei nahe Linien , die wie die einzelne Linie um das Chor läuft.
Die Altarschranke trägt die Farben blau und hellrot . Blau dient als obere, untere und seitliche Begrenzung der Altarschranke.
Die Latten  mit einem Kreuz etwa 5 cm vom oberen Rand entfernt,  sind hellrot gestrichen.
Rechts  neben der Altarschranke steht ein schmaler hölzerner passender sechseckiger Taufständer. Der Taufständer hat einen Deckel mit einem blauen Kreuz. Zwei gegenüberliegende Flächen haben eine blaue eingesenkte Blende, die unten ein Rechteck ist und  oben einen Spitzbogen hat. Der Entwurf stammt von Pastor Martin Krämer, der in Wokuhl von 2001 bis 2008 Pastor war. Der Taufständer wurde in der JVA Neustrelitz von Insassen gefertigt. 
Links neben dem Chorraum steht die Kanzel mit Schalldeckel, der durch eine Tür , dahinter die Treppe, erreichbar ist. 
Rechts haben wir eine Tür zu einem kleinen Raum.
Auch die Kanzel trägt dieses warme hellrot.

Ein großes Wandbild, die den Kreuzweg zeigt, stammt vom Münchner Maler Adolf Frey Moock aus dem Jahre 1933.
Jesus sowie zwei weitere Personen tragen das Kreuz.
Vor Jesus liegt eine Frau, die Maria-Magdalena sein soll, was
nicht richtig sein soll und deshalb die Pastoren nicht begeistert.
Besonders die katholische Kirche, der der Kreuzweg sehr wichtig ist, steht sehr distanziert zu dieser freien Gestaltung von Maler Moock. Das Bild ist ein Geschenk des Gutsbesitzers Willi Küchenmann aus Carolienhof.

Eine Gedenktafel für gefallene Soldaten des Krieges 1914-1918 wurde von der Gemeinde gestiftet.

Die Kirche hat neue gelbliche Bänke erhalten.

Schauen wir uns die Fenster an, so sind diese schmal und rechteckig. Als Oberlicht dient ein Rautenfenster, die beiden unteren Spitzbogenfenster sind in vier Teile eingeteilt und mit klaren Scheiben gefüllt. Alle Fenster haben die gleiche Höhe, außer die beiden Fenster für die Nebenräume am Chor. Diese Fenster sind etwas kleiner aber haben den gleiche Aufbau.
Über jedem Fenster haben wir ein Balkenkreuz als Verstärkung.

Die Decke ist wiederum ein Meisterwerk von Buttel. 
Seitlich wird die Decke durch schräge gerundete Balken getragen. Dies betrifft jeden zweiten Balken der Decke. Die Deckenbretter liegen dazu quer. Wohl jedes sechste Brett ist wiederum hellrot gestrichen worden. Die dadurch entstehenden quadratischen Felder wurden blau angestrichen, und vermitteln eine kostbare Decke. Buddel ließ die rechteckigen Balken in dem bekannten hellroten warmen Ton bemalen. In der Mitte haben wir ebenfalls einen starken Balken, der die beiden Kronleuchter trägt.
Die zwei Kronleuchter wurden 1998 von der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz gespendet.

Die Hauptfarbe ist das Hellrot für alle Teile der Kirche, blau markiert Flächen wie die Decke, den Schalldecke, die Kanzel  oder die Altarschranke, die Farbe hellrot haben die neuen Sitzbänke mit den blauen Kissen. Jetzt fehlt das Gelb von der Landesfahne des Landes Mecklenburg-Strelitz. Das Kreuz mit dem Korpus Jesus Christus ist gelb und die Sonnenblumen , die in den Vasen stehen sind ebenfalls gelb. Alle Gefachbalken des Langhauses haben diesen warmen hellroten Ton, also die
Unter- und Oberreihe sind rautenartig. Die drei Mittelreihen sind rechteckig. Alle Gefache sind weiß ausgemalt.


Die Empore wird durch Fenster vollständig geschlossen. 
Die Empore ist über eine Treppe  erreichbar. Hier sehen wir Informationstafeln aus dem Jahre 1955 und 1997.

Im Eingangsbereich hängen zwei kleine Bilder von den Pastoren dieser Zeit um 1855, ein Schreiben in deutscher Schrift , das auf den Baubeginn und die Fertigstellung dieser Kirche eingeht.
Weiterhin hängt dort ein Bild von Jesus Christus.
Ein kleiner weitere Raum ist vorhanden neben dem Eingang zur Empore. Auf der Empore sehen wir die Dauerausstellung zum Bieber. Eine defektes Harmonium ist vorhanden. Ein Blick von der Empore lohnt sich. Die Kirche ist wunderschön, mit den Farben des Landes Mecklenburg-Strelitz gehalten, denn diese Kirche ist eine Landeskirche, die vom Großherzog Georg in Auftrag gegen wurde.

Die Kirche hat eine Glocke, die vom Großherzog gestiftet wurde. Die Glocke hat die Inschrift: Ohne Frömmigkeit keine Weisheit
ich hei0e Caroline mich schenkte Georg.

Die Kirche wurde vollständig saniert und begeistert als offene Kirche alle Gäste. Leider finden dort selten Gottesdienste statt.

Im Jahre 2011 feiert das Dorf großen Geburtstag. Schautafeln in der Kirche zeigen die Entwicklung des Dorfes.

Die Kirche ist eine offene Kirche und kann im Rahmen des Pilgerweges besucht werden.

Ev. - luth. Kirchgemeinde Alt Strelitz

J.Jakubowski-Str. 36
17235 Neustrelitz


Telefon: 03981-447342

Homepage: www.kirche-neustrelitz.de

Offene Kirche von Mai bis September  10 bis 17 Uhr !

Liegt auf dem Pilgerweg !


Außenansicht vom Dorf aus

Turmansicht

Chorseite

Seiten des Kirchturmes

Rautenartige Außenverzierung

Eingang

Innenansicht

Altar mit
Altarschranke

Kreuz auf dem Altartisch

Taufständer

Kanzel mit Schalldeckel

Mook- Bild
Kreuzweg

Nummerierte Bankreihen

Geschlossene Empore

Fenster und
Wandelemente

Holzdecke

Ausstellung 2011

Bieber auf der Empore

Pastorenbild um 1855
im Eingangsbereich der Empore

Jesusbild im Eingangsbereich
der Empore

Text aus dem Jahre 1855
anlässlich des Kirchenbaus

Blick von der Empore
zum Chorraum


Blick zur rechten kleinen
Quer-Loge