Kirche  Blumenholz bei Neustrelitz

 


Außenansicht

Die Kirche in Blumenholz wurde in der ersten Hälfte des 18. Jh. in Fachwerkbauweise errichtet. Im Bild links sehen wir aber das die Eingangsseite Kirche kein Fachwerk hat. Am Giebel und am Dach links sieht es so aus das diesen Seiten erneuert und verlängert wurde.  West- und Südwand mit der Eingangstür wurden im 19. bzw. 20.Jh. massiv erneuert und haben neugotische Spitzbogenfenster erhalten. Der Grund dieser erneuerten Seiten besteht aus Feldsteinen. Diese finden wir nicht auf den Fachwerkseiten, die wohl aus dem 18.Jh. stammen, also aus der Bauzeit der Kirche. Ein Blick durch das Fenster zeigt einen schönen Spätbarockaltar
(Rokoko = Muschel, Roccaie), der als Kanzelaltar ausgeführt ist. Die Kanzel trägt den goldenen Buchstaben "A" für den Herzog Adolf Friedrich III,   Herzog zu Mecklenburg zu Mecklenburg- Strelitz geboren  07.06.1686 gestorben 11.12.1752 bzw. Herzog Adolf Friedrich IV geboren05.05.1738 gestorben 02.06.1794.  Herzog Adolf förderte besonders den neugotischen Stil.

In der Zeit von 1860 bis 1904 übernahm Herzog Friedrich Wilhelm geb. 17.10.1819 gest. 30.05.1904, die Regentschaft im Land Mecklenburg-Strelitz. Friedrich Wilhelm förderte besonders in dieser Zeit den neugotischen Stil im Kirchenbau. So wurden in dieser Zeit viele neugotische Kirchen errichtet bzw. wie Kirchgrubenhagen, wohl auch Blumenholz verändert.
Vielleicht liegt hierin die Antwort das die angefügte heutige Eingangsseite neugotische Spitzbogenfenster hat.  Die Altarschranke ist vollständig und passt sich dem Altar und dem hellen einfachen Gestühl an. 

Im Glockenstuhl  sehen wir zwei eiserne Glocken von Johann Ernst Petz aus Zedenick, die 1710 gegossen sein sollen.. Die kleine Glocke ist schmucklos. Die große Glocke trägt ein Wappen.  Eine andere Information besagt, das beide Glocke von der Eisenhütte in Hohenofen bei Neustadt/Dosse stammen.

Die große Glocke trägt eine Krone mit den Initialen "FR" , gemeint ist
der spätere preußischen König Friedrich I (1657-1713).  Hier stellt sich die Frage , wie kommt das Wappen des preußischen König Friedrich I (1703-1713)  an eine Glocke im mecklenburgischen Blumenholz ?  Unten ist unleserlich ein Text oder Muster zu erkennen.
Die kleine Glocke ist völlig schmucklos.


Betreten wir die restaurierte Kirche so fällt als erstes der spätbarocke fast weiße Kanzelaltar mit der Altarschranke ins Auge. Der Altar wurde restauriert. Markant ist der obere Teil des Kanzelaltares, das Zeichen für den Heiligen Geist goldenes Dreieck mit dem Auge, darum der 13 strahlige goldene Strahlenkranz mit weißen Wolken. Links und rechts oben steht
eine mit Ranken gefüllte Amphoren. Im Knick zu den Logen steht jeweils ein Behälter, der wie eine Soßenterrine mit Inhalt gestaltet wurde. Über dem Zeichen des Heiligen Geistes schließt ein Dach mit einer Reihe von Bommeln  den Altar nach oben ab.

Markant um die Kanzel sind links und rechts eine runde mit barocken Schlieren versehenen  Säulen. Der Kopf der Säulen ist filigran ausgearbeitet. Interessant ist , das hinter diesen runden Säulen zwei viereckige Säulen gemalt wurden. Auch sie haben die schlierenartige Bemalung, typisch für den Barock.
An den Seiten sehen wir übereinander mehrere senkrecht angebrachte Roccaien. Der Kanzelkörper trägt das golden A und Verzierungen, die Wein darstellen, die Verzierungen sind sparsam angefügt.
Der wohl ältere Fachwerkteil hat rechteckige vierteilige Fenster,
die je Fenster aus drei mal vier Scheiben bestehen.
Die neugotische Seite hat 4 Scheiben je waagerechter Reihe, wobei die oberste, siebente Reihe, also das Oberlicht unvollständig bleibt.

Die weiße Holzdecke Wird durch starke grob gehauene Holzbalken getragen. Im Fachwerkteil werden diese durch schräge Balken getragen, im neugotischen Teil durch den hinteren Teil des Mauerwerkes.

Links und rechts schließen sich je eine Loge an den Kanzelaltar verbunden an.

Die Empore wird durch starke Holzpfeiler getragen. Eine Treppe führt unter das Dach. 

Die Kirche gehört zur
Ev. - luth. Kirchgemeinde Peckatel - Prillwitz

Vakant , Vertretung Pastor Dirk Fey Rödlin, Thomas Moll Alt Käbelich

Dorfstr.46
17237 Peckatel

Telefon: 039824-20262
E-Mail: peckatel-prillwitz@elkm.de


Seitenansicht
Giebel Straße


Seitenansicht
Giebel Friedhof


Detail an der Wand,
die  eine Erweiterung der Kirche zeigt



Straßenseite


Glockenstuhl


Kleine Glocke ohne Inschrift
 
Große Glocke

Wappen und Inschrift

Inschrift  nach rechts

Innenansicht


Kanzelaltar


Kanzelteil


Kanzel mit dem Buchstaben A


Darstellung des Heiligen Geistes


Detail einer Säule- Oberteil


Detail Altarschranke


Loge rechts


Spitzbogenfenster rechts


Rechteckfenster links


Empore


Gestühl


Decke neugotische Seite


Deckenhalterung Fachwerkseite

 


Blick von der Empore zum Altar

 


Blick auf den Boden nach der Restaurierung