Kirche Blankenförde-Kakeldütt bei Neustrelitz / Gemeinde Roggentin

 


Außenansicht
Kirchturm Südseite

Der Ort Blankenförde-Kakeldütt sind im ursprünglichen Sinne ein Ort der aus zwei Dörfer entstanden ist Der Ort Blankenförde wurde erstmals 1256 erwähnt, dort steht noch heute die Kirche aus dem Jahre 1702.  Der Name des Ortsteiles Kakeldütt bedeutet Havelbucht (Hageldutt). 

Die Kirche Sankt Nicolai wurde im 30jährigen Krieg zerstört und 1702 neu erbaut. Die Kirche ist ein Fachwerkbau. 

Der 27 Meter hohe Kirchturm  besteht vollständig aus Holz und ist durch schwarze Holzbretter eingehaust. Der langgezogene Turm ist schiefergedeckt und trägt ein Kreuz  darunter eine Kugel. Der Turm ist achteckig, dabei ist der untere Teil des Daches abgesetzt und überragt die Holzverkleidung. Die Kirche hat eine Glocke, die von der Kirche aus elektrisch geläutet wird.

Betrachten wir das Fachwerkhaus, so fallen sofort die rechteckigen, weißen bzw. braunen Fenster auf. Viele kleine Butzescheiben (Reihenfenster), die durch Bleistege gehalten werden sind mit Motiven geschmückt. Die restlichen rechteckigen Fenster sind klar. Nach oben werden die Butzescheiben durch eine Reihe von Rundbogenscheiben abgeschlossen. Die bemalten Reihenfenster stammen wohl alle aus dem Jahre 1703 und sind Schenkungen von Ihren Stiftern.
Die Fenster tragen folgende Bemalungen:
- Wappen mit Helmdecke mit Text "NICOLAUS GRUND Pastor zu Schillersdorf 1703"
- Sankt Georg mit  dem Drachen "SIMON KRAGE- 1703"
- Sündenfall(1703) "ADAM MELTZE Schulz und Kirchenvorsteher allhier"
- Taufe Jesu "HANS KNEBUSCH Schult in Babeke- 1703-"
-Engel, in der rechten Hand einen bebänderten Stab haltend, sich mit der linken Hand auf ein Schild stützend. Auf dem Schilde drei aus einem Stengel wachsende Ähren. "DANIEL MACKPRANG 1703"
- Derselbe Engel, Auf dem Schilde Zirkel und Winkelmaß   "BALTZER PRIEPERT 1703" 
- Derselbe Engel. Auf dem Schilde: 1703"CATHARINA KARGEN"
- Derselbe Engel. Auf dem Schilde Pfriem und Schere. "CASPAR TAMM"
- Unter einer Krone auf einer von Palmzweigen umschlungenen Tafel: "CHRISTIAN WESKE; HANS WESKE; 1703"
- Jacobs Ringen mit dem Engel. "CHRISTIAN WARNKE 1703"
- Unter einer Krone ein Herz mit drei aus einer Wurzel wachsenden Blumen "DAVID GERCKE 1703"
Spruchband mit Inschrift: "HANS WEIDEMANN 1703": Darüber Engelkopf, darunter Früchte und Blätter. (Informationen zu den Scheiben entnommen Informationsblatt der Kirchgemeinde).

Wir betreten die Kirche durch die Tür . Links oben am Querbalken aus Eiche, Farbe schwarz, über der Tür finden wir die Inschrift: "ANNO 1702- DEO GLORIA ". 
Das Langhaus der Größe von etwa 12 mal 7m wird 
Der Altar stammt sicher aus der Zeit um 1702 wurde im flämischen Barock erbaut. Das untere Bild zeigt die Kreuzigungsszene. Links steht Maria , rechts sehen wir Johannes.  Maria, Johannes und das Haupt von Jesus werden von einem leuchtenden Strahlenkranz umstrahlt. Maria und Johannes falten die Hände.
Jesus hat die Augen geschlossen, der Kopf ist leicht nach links gefallen. Der Unterleib ist durch ein helles Tuch geschützt.
Was mir auffällt die Gesichter und die Personen sind sehr weich gestaltet. Im Hintergrund ahnen wir eine Kirche und einen Ort.
Das Altarbild wird umrahmt von einer gedrehten weißen mit Wölkchen versehenen Säule auf jeder Seite. Fuß und Kopf der Säule sind goldverziert.
Das Bild selbst befindet sich in einem goldverzierten Rahmen. Teile des Rahmen sind im Untergrund fast weiß und tragen für den Barock üblichen kleinen Wölkchen.
Außen haben wir goldbemalte Roccaien.
Unter dem Bild steht auf schwarzem Grund, goldumrahmt 
"SOLI DEO GLORIA."

Das obere Bild zeigt wohl die Auferstehung Jesus. Jesus schwebt empor. Er hält eine Standarte mit einem Kreuz in der rechten Hand. Links sehen wir drei verdutzte Personen im Harnisch  eine Lanze haltend. Davor sehen wir vor einen Bild 
eine Kniende Person mit Helm. Unter der Standarte erkennen wir eine Kirche und ein Haus. Die Kirche könnte die alte Vorgängerkirche sein von Blankenförde.
Das Tuch das Jesus trägt ist fast offen und schwebt frei an seinem Körper. Sein Haupt ist von einem goldenen Strahlenkranz umrahmt. Dieses etwas kleinere Bild als das Hauptaltarbild  wird durch einen goldenen, breiten Rahmen umrahmt. Links und rechts haben wir wieder diese gedrehten weißen barocken Säulen. Diese Säulen sind etwas kleiner als die beiden unteren Säulen. Die vier Säulen erinnern an die vier Säulen der Christenheit den vier Evangelien. Links und rechts haben wir ein goldenen nach untenhängendes Weinblatt.
Den oberen Abschluss bildet eine zwölfstrahlige goldene Sonne. Weitere barocke Elemente sind vorhanden. 

Links neben dem Altar hängt etwas ganz besonderes ein Bild eines spätmittelalterlichen Altares. Dieses Bild ist der Hintergrund für ein holzgeschnitztes Kruzifix, das auf dieses Bild gesetzt wurde. Wir sehen links und rechts oben einen schwebenden Engel mit je einem Kelch in der Hand. Die Engel tragen ein braunes Gewand. Kaum sehbar dahinter sehen wir eine Kirche, einen Ort und viel Landschaft, von Weitem kaum erkennbar.
In Höhe der Hüfte von Jesus finden wir eine weiteren Engel.
Er hält den Stoff um Jesus Unterleib. Hier erkennen wir deutlich das das Kruzifix und das Bild eine gewollte Einheit bilden.
Vorne links sehen wir vier klagende Frauen. Alle vier Personen
haben um ihr Haupt einen Strahlenkranz. Bei den vier Personen könnte es sich bei der vierten Person mit Locke, die zu den drei Frauen schaut jedoch um einen Mann handeln, wer weiß. leider ist zu diesen Personen nichts bekannt.
Die andere Seite  zeigt einen römischen Hauptmann in vollem militärischen Gewand mit einem Schwert am Gürtel. Von der unsichtbare Person sehen wir nur den Hut und wohl die Lanze. Das bedeutet, diese Person ist dem Hauptmann untergeben. Die linke Person neben dem Hauptmann will ihn wohl beglückwünschen, die rechte Hand wird gereicht, die andere Hand ist wohl auf der Schulter. Hinter dem Hauptmann links und rechts je eine Weitere Person. Es könnten Pharisäer sein. 
Über dieser Gruppe befindet sich ein Spruchband  mit der Inschrift: " Vere filius dei erat ise." Das bedeutet : Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen.

Auf der anderen Seite vom Altar finden wir ein Kreuz mit einer Inschrift.

Daneben steht die Kanzel aus dem 18.Jh. Sie zeigt die vier Evangelisten Mattheus mit Engel, Markus mit Löwe, Lukas mit Stier und den jüngeren Johannes mit Adler. Der Aufgang wird durch mehrere Rosenbuketts verziert. Der Schalldeckel
trägt oben Kirchen mit unterschiedlichen Türmen. Innen sehen wir eine fliegende Taube im quadratischen Mittelteil. Wolken umspielen den leicht eingesenkten Mittelteil mit der Taube.
Farbige Winkel in rot , weiß, gelb  aus Holz umrahmen die verschiedenen Teile des Schalldeckels.

Gegenüber der Kanzel befindet sich die Patronatsloge. Die Tür zeigt eine sitzende Person. Über dieser Person finden wir die Worte: Vater ich habe gesündigt in Himmel und vor dir.

Das Gestühl ist ein einfaches Kastengestühl aus
der Zeit um 1702.
Die Empore ist geschlossen und wird als Winterkirche genutzt.

Die Kirche ist in den Sommermonaten von Montag bis Freitag von 10 Uhr bis 14 Uhr geöffnet


Die Kirche gehörte bis 2010 zur Kirchgemeinde Schillersdorf.
Die Pfarre Schillersdorf wurde nach Weggang des Pastors nicht wieder besetzt.

Seit 2010 ist die Pfarre Schillersdorf mit der Pfarre Wesenberg verbunden.

 

Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde 
Hohe Straße 22
Pastor Iven Benck

17255 Wesenberg

 

Tel.: 039832 / 20431

Fax: 01212-5-23643749



Detail Chorseite



Turmspitze



Chorseite


Fenster mit Buntglasscheiben
außen


Fenster mit Buntglasscheiben
innen


Eingang


Innenansicht


Altar


Unteres Altarbild
Kreuzigung


Oberes Altarbild
Auferstehung

Bleistiftinschrift 
auf der Rückseite


Bild mit Kreuzigung


Kanzel

Aufgang zur Kanzel


Schalldeckel von unten
mit Taube


Kanzelbild Evangelist Mattheus

Kanzelbild Evangelist Marcus

Kanzelbild Evangelist Lucas

Kanzelbild Evangelist Johannes

Kreuz mit Inschrift

Patronatsloge

Bild "Armer Sünder" am Eingang zur Patronatsloge

Gestühl


Deckenkonstruktion


Kerzenleuchter