Römisch Katholische Kirche Sankt Helena Ludwigslust

 


Außenansicht

Am 30.April 1804 legte Großherzog Friedrich Franz den Grundstein die römisch katholische Kirche in Ludwigslust. Es war erst die zweite katholische Kirche nach der Reformation 1549 im protestantischen Mecklenburg gebaut wurde. Baubeginn war 1806 unter Leitung von Hofbaumeister Johann Christoff Heinrich Seydewitz. Seydewitz  fiel jedoch in Ungnade beim Großherzog und so vollendete ab 1808 der neue Hofbaumeister Johann Georg Barca die katholische Kirche auf einer künstlichen Insel, also eine katholische Insel unter Schutz des protestantischen Großherzog. Die Fertigstellung der Kirche war im Jahre 1809.
Die katholische Kirche wurde am 30. September unter dem Schutze der Heiligen Helena und des Heiligen Andreas geweiht.. Der Kirchenbau steht äußerlich stark unter Einfluss der Gotik. Wir haben am Turm vier Türmchen und vier Spitzbogen, ein Verweis auf die vier Evangelien. Der Turm ist etwa 20m hoch.
Über der Spitzbogenpforte befindet sich in etwa 5m Höhe ein rundes Fenster 1m groß. Im Fenster befindet sich ein gemauerter Vierpass.
Im Eingangsbereich finden den wir links die Staturen 
vom Heiligen Jacobus(?) mit Buch und Schriftrolle(?)  und Petrus mit dem Schlüssel und rechts von  Paulus mit Schwert und Buch und Johannes mit Kelch.
Betreten wir nun die Kirche fallen die beiden farbigen Chorfenster sofort ins Auge. Diese Chorfenster stammen  abgebrochenen spätromanischen Hamburger Dom. Diese Fenster sind eine  kunstgeschichtliche Besonderheit und stammen aus dem 15. Jahrhundert. Sie zeigen in Glasmalereien die Bildnisse der 11 Apostel und Maria. Baumeister von Seydewitz konnte sie 1805 preisgünstig erwerben.
Als Altaraufsatz dient der ehemalige Levitensitz aus dem Doberaner Münster.
Der Altaraufsatz besitz drei Felder und ist mit vielen Türmchen geschmückt. Die Farbe des Levitensitz ist schwarz. Links sehen wir das Bild einer Frau die ein etwa gleichgroßes Kreuz hält,  rechts eine Frau, die an einer Bank steht. Mittig hängt ein ganz feines Drahtkreuz mit Dornen Links neben dem Levitensitz steht ein Tabernakelschrein. Der Altartisch wurde laut Inschrift 1988 erneuert..
Über dem Altar hängt ein Holzkreuz mit dem Korpus Jesus. Es ist ein Geschenk einer Partnergemeines. Das Kreuz ist etwa 
20 Jahre alt. Links und rechts haben wir nahe des Chorbereiches zwei schmale Spitzbogenfenster mit rautenartiger Bleiverglasung. das erste linke und rechte Fenster trägt ein Buntglaswappen von etwa 30 mal 30 cm.
Die Fenster neben der Orgelempore sind ebenfalls Spitzbogenfenster, sie sind jedoch dreiteilig gegen über den anderen Fenstern, die zweiteilig sind.
Das Langhaus wird durch vier geschmückte sechseckige
Säulen getragen, die mit einem mosaikartigen ziegelgroßen Muster  rot-schwarz verziert sind. Die Säule ist oben umrahmt. Jedes Joch ist ein wunderschönes Sterngewölbe. Das mittlere große Gewölbe trägt einen Adler Die Kirche ist dreischiffig mit je drei Jochen, eine Hallenkirche.
Über dem Eingang unterhalb der Orgelempore befindet sich ein etwa 1,2 mal 1, 0 m großes farbiges Bild Maria mit Sohn. Darüber befindet sich eine Orgel aus dem 19.Jahrhundert aus Schwerin. Es ist keine Orgel des Orgelbauer Friese..

Eine Generalrenovierung der Kirche wurde von 1985 – 1988 durchgeführt.

Zur Kirche gehört auch ein Glockenturm, der nicht auf der künstlichen Insel steht, und erst 1817 nach Plänen von
 J.G. Barca errichtet wurde.
 
Die „große Glocke“ mit der Jahreszahl 1698  aus der Kirche Techentin erhielt die neu erbaute katholische Kirche in Ludwigslust. Ob diese Glocke noch vorhanden ist , ist nicht bekannt.


Außenansicht seitlich


Vorderansicht mit Brücke
 zur Insel


Turmansicht


Staturen rechter Eingangsbereich


Staturen linker Eingangsbereich


Innenansicht


Levitensitz mit Bildnisse
 und Dornenkreuz


Buntglasfenster im Chor


Tabernakelschrein


Heiliger Franziskus, Taufe und
Teil der Bildnisse des Kreuzweges


Maria mit Sohn
Holzfigur


Bilderreihe des Kreuzweges


Marienbild unter der Orgelempore


Linkes Fenster mit Buntglaswappen


Säulen und Langhausdecke